Out of the box: Neue Modelle und Radikale Ideen 🎥

Referent:innen: Maximilian Meyer, Hannes Strasser, Dr. Andreas Zsolnai

Abstract / Inhalt

Abstract

Thema: Drogenkonsumraum, niederschwellige
Polamidonvergabe | Dr. Andreas Zsolnai

Vorstellung der Umsetzung einer langen Idee in einem Drogenkonsumraum ein niedrigschwelliges
Substitutionsangebot vorzuhalten. Zielgruppe sind Versicherte und Nicht-Versicherte Patienten, die schnell und unkompliziert aufgenommen werden können. Es soll um Menschen gehen, die aus anderen Einrichtungen rausgeflogen sind, Patienten die aus Haft kommen, oder schlicht Personen, die in die üblichen Einrichtungen nicht gehen möchten. Das Angebot soll aber auch den
Konsumenten im Konsumraum täglich zeigen, dass es auch Alternativen gibt.

Thema: Intranasale Anwendung von Heroin in der OAT | Maximilian Meyer

Die heroingestützte Behandlung in der Schweiz erlaubt seit ihrer Einführung im Jahr 1994 die Verordnung von oralem und intravenösem Diacetylmorphin. In den letzten drei Jahrzehnten haben sich jedoch die Konsumgewohnheiten auf der Strasse jedoch verändert: statt Injektionen treten zunehmend der inhalative und intranasale Applikationsweg in den Vordergrund. Auch die Patientenpopulation hat sich hinsichtlich des körperlichen, aber auch suchtpsychiatrischen Gesundheitszustandes verändert. Um diesen Veränderungen gerecht zu werden, wurde in einer über 5 Jahre durchgeführten schweizweiten Beobachtungsstudie die klinische Wirksamkeit der intranasalen Heroinverordnung untersucht.

Thema: Provokative Ideen aus der Schweiz | Hannes Strasser

Was macht eine Behandlungsidee „provokativ“? Ihre fehlende Evidenz – oder lediglich die Tatsache, dass sie von etablierten Vorstellungen abweicht? Wer definiert im Suchtbereich die Grenzen des medizinisch Akzeptierten: Evidenz, klinische Erfahrung, „Eminenz“ oder gesellschaftliche und politische Normen? Anhand ausgewählter Ansätze vor allem im Bereich der Heroingestützten Behandlung in der Schweiz werden Behandlungsmöglichkeiten diskutiert, die medizinisch sinnvoll und an den individuellen Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten orientiert sind, deren Umsetzung jedoch durch gesellschaftliche, politische oder institutionelle Vorgaben begrenzt wird. Das Referat lädt dazu ein, vermeintlich „provokative“ Ideen zu hinterfragen und die Grenzen zwischen bedürfnisgerechter Medizin und normativer Einflussnahme neu zu betrachten.

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