Empathie und Empowerment bei Alkoholabhängigkeit: Stigma im Umgang mit Betroffenen überwinden; Vorstellung Rollenspiele und interaktive Reflexionsmodule

Referent:innen: Carolin Schürmann, Stefan Schenk

Abstract / Inhalt

Abstract

Hintergrund:
Alkoholabhängigkeit bleibt in Deutschland stark stigmatisiert, besonders auch im Arbeitsumfeld, sowie im Gesundheits- und Suchthilfesystem. Scham- und Schuldgefühle unter Führungskräften, Fachkräften,
Betroffenen und Angehörigen führen zu Verheimlichung, Sprachlosigkeit, Verzögerung von Hilfesuche und verdecktem Leid in Form von gegenseitiger (Selbst-) Stigmatisierung und persönlichen Abwertung im
Alltag. Rollenspiele gelten als praxisnahe Interventionsmethode, die durch Perspektivübernahme und Verhaltensübungen zur Entstigmatisierung beitragen kann. Ziel dieses Workshops ist es, Wirkmechanismen,
Wirksamkeit und Implementationsbedingungen von Rollenspielen im Kontext von Alkoholabhängigkeit systemisch zu beleuchten und praxisnahe Empfehlungen für Aus‑ und Fortbildung sowie niedrigschwellige Präventionssettings zu formulieren.


Methoden:
Das Peer Assistance Program wurde auf Basis evidenzbasierter Interventionen wie MI (Motivational Interviewing) und CRAFT (Community Reinforcement Approach & Family Training) in Kombination mit
wissenschaftlichen Anwendungsmodellen zur psychosozialen Selbstreflexion und Entstigmatisierung sowie mit psychoedukativen Elementen und gelebten Peer-Erfahrungen in verschiedenen Rollen kombiniert. In diesem Workshop wird demonstriert und zum Mitmachen
eingeladen, über Rollenspiele das Stigmatisierungspotential unserer Alltagssprache für medizinische Fachkräfte, Führungskräfte, Familien und Kinder in verschiedenen Rollen auf gleiche wirkungsvolle Weise gemeinsam aktiv zu gestalten und in Interaktion miteinander zu reflektieren.


Ergebnisse:
Rollenspiele fördern Mechanismen der Entstigmatisierung und helfen, kommunikative Belastungen in unserer Sprache, die Stigma fördern, rollenübergreifend zu erkennen und abzubauen. Sie wirken über Perspektivübernahme, kognitive Umstrukturierung und emotionale Sensibilisierung. Strukturierte Anleitungen und klare Sicherheitsrahmen
sind entscheidend, um Retraumatisierung und Schamsteigerung zu vermeiden. In unseren Einsätzen in Kliniken, Unternehmen und Schulen zeigt sich eine direkte Verbesserung empathischer Haltung und eine
reduzierte soziale Distanz gegenüber Betroffenen. Wissenszuwächse und konkrete Kommunikationsfertigkeiten wurden häufiger berichtet als rein kognitive Lerninhalte. Schwierigkeiten ergaben sich bei fehlenden Ressourcen für Nachsorge, unklaren Verantwortlichkeiten und kulturell bedingter Scham, die Interventionen in manchen Settings hemmt.


Schlussfolgerung:
Rollenspiele sind ein effektives, adaptierbares Instrument zur Reduktion von Stigma gegenüber Menschen mit Alkoholabhängigkeit, vorausgesetzt, sie werden fachlich begleitet, traumafachlich sensibel gestaltet und mit
Implementationsstrategien verknüpft. Strukturierte Evaluationen zur Langzeitwirkung und weitere kontrollierte Studien wären notwendig, um Effekte zu quantifizieren und die Übertragbarkeit auf unterschiedliche Sozialisationsgruppen weiter zu prüfen.
Schlüsselwörter: Alkoholabhängigkeit, Selbststigma, Rollenspiel, Fortbildung, Implementierung.


Literatur:
Schürmann, C. (2026). Empathie und Empowerment bei
Alkoholabhängigkeit: Stigmatisierung im Umgang mit Betroffenen überwinden. Springer Berlin Heidelberg.


Über die Workshop-Leitung:
Carolin Schürmann (Dipl. Sozialwi. Univ., Gründerin GERTY NUSS) und Stefan Schenk (CRAFT-Trainer, Projektleitung Schule GERTY NUSS) sind professionelle Peers, die sich auf die Entstigmatisierung von Abhängigkeit
mit interaktiven Gruppenformaten spezialisiert haben.

Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin

Wiesbadener Str. 43
70372 Stuttgart

Postanschrift:

Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V.
c/o Center for Clinical Innovation in Addiction Research (CORE) gUG (haftungsbeschränkt)
Wiesbadener Str. 43
70372 Stuttgart

info@dgsuchtmedizin.de

Telefon: 0711 / 252 967 02

DG Suchtmedizin
Datenschutz-Übersicht

Cookies sind kleine Textdateien, bzw. sonstige Speichervermerke, die Informationen auf Endgeräten speichern und Informationen aus den Endgeräten auslesen. Z.B. um den Login-Status in einem Nutzerkonto, einen Warenkorbinhalt in einem E-Shop, die aufgerufenen Inhalte oder verwendete Funktionen eines Onlineangebotes speichern. Cookies können ferner zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden, z.B. zu Zwecken der Funktionsfähigkeit, Sicherheit und Komfort von Onlineangeboten sowie der Erstellung von Analysen der Besucherströme.

Hinweise zur Einwilligung: Wir setzen Cookies im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften ein. Daher holen wir von den Nutzern eine vorhergehende Einwilligung ein, außer wenn diese gesetzlich nicht gefordert ist. Eine Einwilligung ist insbesondere nicht notwendig, wenn das Speichern und das Auslesen der Informationen, also auch von Cookies, unbedingt erforderlich sind, um dem den Nutzern einen von ihnen ausdrücklich gewünschten Telemediendienst (also unser Onlineangebot) zur Verfügung zu stellen. Die widerrufliche Einwilligung wird gegenüber den Nutzern deutlich kommuniziert und enthält die Informationen zu der jeweiligen Cookie-Nutzung.

Hinweise zu datenschutzrechtlichen Rechtsgrundlagen: Auf welcher datenschutzrechtlichen Rechtsgrundlage wir die personenbezogenen Daten der Nutzer mit Hilfe von Cookies verarbeiten, hängt davon ab, ob wir Nutzer um eine Einwilligung bitten. Falls die Nutzer einwilligen, ist die Rechtsgrundlage der Verarbeitung Ihrer Daten die erklärte Einwilligung. Andernfalls werden die mithilfe von Cookies verarbeiteten Daten auf Grundlage unserer berechtigten Interessen (z.B. an einem betriebswirtschaftlichen Betrieb unseres Onlineangebotes und Verbesserung seiner Nutzbarkeit) verarbeitet oder, wenn dies im Rahmen der Erfüllung unserer vertraglichen Pflichten erfolgt, wenn der Einsatz von Cookies erforderlich ist, um unsere vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Zu welchen Zwecken die Cookies von uns verarbeitet werden, darüber klären wir im Laufe dieser Datenschutzerklärung oder im Rahmen von unseren Einwilligungs- und Verarbeitungsprozessen auf.

Speicherdauer: Im Hinblick auf die Speicherdauer werden die folgenden Arten von Cookies unterschieden:

  • Temporäre Cookies (auch: Session- oder Sitzungs-Cookies): Temporäre Cookies werden spätestens gelöscht, nachdem ein Nutzer ein Online-Angebot verlassen und sein Endgerät (z.B. Browser oder mobile Applikation) geschlossen hat.
  • Permanente Cookies: Permanente Cookies bleiben auch nach dem Schließen des Endgerätes gespeichert. So können beispielsweise der Login-Status gespeichert oder bevorzugte Inhalte direkt angezeigt werden, wenn der Nutzer eine Website erneut besucht. Ebenso können die mit Hilfe von Cookies erhobenen Daten der Nutzer zur Reichweitenmessung verwendet werden. Sofern wir Nutzern keine expliziten Angaben zur Art und Speicherdauer von Cookies mitteilen (z. B. im Rahmen der Einholung der Einwilligung), sollten Nutzer davon ausgehen, dass Cookies permanent sind und die Speicherdauer bis zu zwei Jahre betragen kann.

Allgemeine Hinweise zum Widerruf und Widerspruch (Opt-Out): Nutzer können die von ihnen abgegebenen Einwilligungen jederzeit Widerrufen und zudem einen Widerspruch gegen die Verarbeitung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben im Art. 21 DSGVO einlegen (weitere Hinweise zum Widerspruch erfolgen im Rahmen dieser Datenschutzerklärung). Nutzer können Ihren Widerspruch auch mittels der Einstellungen Ihres Browsers erklären.

Weitere Hinweise zu Verarbeitungsprozessen, Verfahren und Diensten:

  • Verarbeitung von Cookie-Daten auf Grundlage einer Einwilligung: Wir setzen ein Verfahren zum Cookie-Einwilligungs-Management ein, in dessen Rahmen die Einwilligungen der Nutzer in den Einsatz von Cookies, bzw. der im Rahmen des Cookie-Einwilligungs-Management-Verfahrens genannten Verarbeitungen und Anbieter eingeholt sowie von den Nutzern verwaltet und widerrufen werden können. Hierbei wird die Einwilligungserklärung gespeichert, um deren Abfrage nicht erneut wiederholen zu müssen und die Einwilligung entsprechend der gesetzlichen Verpflichtung nachweisen zu können. Die Speicherung kann serverseitig und/oder in einem Cookie (sogenanntes Opt-In-Cookie, bzw. mithilfe vergleichbarer Technologien) erfolgen, um die Einwilligung einem Nutzer, bzw. dessen Gerät zuordnen zu können. Vorbehaltlich individueller Angaben zu den Anbietern von Cookie-Management-Diensten, gelten die folgenden Hinweise: Die Dauer der Speicherung der Einwilligung kann bis zu zwei Jahren betragen. Hierbei wird ein pseudonymer Nutzer-Identifikator gebildet und mit dem Zeitpunkt der Einwilligung, Angaben zur Reichweite der Einwilligung (z. B. welche Kategorien von Cookies und/oder Diensteanbieter) sowie dem Browser, System und verwendeten Endgerät gespeichert.