Abstract
Thema: Neues aus der Substitutionsbehandlung – Opioidsubstitution in der Hausarztpraxis
1. Was sind die aktuellen diagnostischen und therapeutischen Standards in der hausärztlichen Versorgung von alternden Opioidsubstituierten? Mit infektiologischen, geriatrischen und palliativmedizinischen Aspekten (15-20 Minuten) – Konrad Isernhagen / Köln, 15-20 Minuten)
2. Bronchialkrebs-Früherkennung mit niedrigstrahligem CT bei Opioidsubstituierten mit zusätzlicher Tabakabhängigkeit und wie können wir ihnen beim Ausstieg beiseitestehen? (T. Rüther, München, 15-20 Minuten)
3. Die psychiatrische Anamnese bei Opioidsubstituierten in der hausärztlichen Praxis (P. Jeschke, Halle, 15-20 Minuten)
Zeit für Fragen und Antworten jeweils 10 Minuten
Moderation: Hans-Günter Meyer-Thompson und Tobias Rüther
Inhalt
Vor vierzig Jahren haben die damaligen Pioniere der medikamentengestützten Behandlung der Opioidabhängigkeit in Deutschland sich vornehmlich mit der Behandlung von Abszessen und mit der Diagnostik von HIV und Hepatitiden beschäftigen müssen.
Dank der Einführung von wirksamen Medikamenten gegen AIDS und Hepatitis C und dank der Opioidsubstitution haben viele unserer Patientinnen und Patienten überlebt.
Damit hat sich aus das Profil der haus- und fachärztlichen Behandlung geändert. In diesem Seminar stellen wir verschiedene neu hinzugekommene Aspekte der hausärztlichen Diagnostik und Behandlung von Opioidsubstituierten vor.
1. Konrad Isernhagen (Köln) wird einen Überblick aus allgemeinmedizinischer, internistischer und infektiologischer Sicht geben. Stichworte: das Krankheitsbild vorgealterter Substituierter, was nach der HCV-Behandlung zu beachten ist, Wechseljahre/Methadon/Osteoporose, HIV-Viruslast unter der Nachweisgrenze – worauf hausärztlich zu achten ist, Polypharmazie bei Multimorbidität, Schmerzbehandlung, Versorgung im Altersheim, palliativmedizinische Fragen u.a.m.
2. Heutzutage sterben ähnlich viele Substituierte an den Folgen des Tabakkonsums wie am Heroin, hieß es 2025 in dieser Publikation in Addiction: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12586767/
Zum 1. April 2026 ist nun die Bronchialkrebs-Früherkennung mit niedrigstrahligem CT unter bestimmten Bedingungen in die Kassenleistungen aufgenommen worden. Tobias Rüther, Leiter der Tabakambulanz an der LMU München, wird erläutern, wie dieses diagnostische Angebot Einzug halten kann in Substitutionspraxen, und wie eine auf Schadensminderung ausgerichtete ärztliche Beratung aussieht.
3. Opioidsubstituierte weisen einen hohen Anteil an zusätzlichen psychiatrischen Erkrankungen auf. Welche diagnostischen Instrumente und Screeningverfahren haben sich bewährt in Praxen mit wenig psychiatrischen Vorkenntnissen? Ein Schnellkurs von Peter Jeschke (Halle/Saale) für die hausärztliche Praxis.