Absrtact
Thema: Psychosoziale Gemeinsamkeiten queerer Biografien | Christopher Knoll
Der Vortrag beleuchtet psychosoziale Gemeinsamkeiten queerer Biografien, im Zentrum stehen dabei Konzepte wie Minderheitenstress, Identitätsentwicklung und deren Einfluss auf die mentale Gesundheit, einschließlich erhöhter Vulnerabilität für Depressionen, Angststörungen und Suchtmittelkonsum. Ergänzend werden soziale Einflussfaktoren wie Diskriminierungserfahrungen, familiäre Dynamiken sowie die Bedeutung von Gemeinschaft
und sozialer Unterstützung dargestellt. Es wird aufgezeigt, wie strukturelle Bedingungen wie Heteronormativität und rechtliche Rahmenbedingungen die Lebensrealitäten queerer Menschen prägen. Der Vortrag verbindet diese Perspektiven mit praxisnahen Implikationen für Diagnostik, Beratung und Behandlung queerer Personen. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für die spezifischen Belastungs- und Ressourcenlagen queerer Patient*innen zu fördern. Dadurch sollen Fachkräfte für eine kultursensible und differenzierte Versorgung sensibilisiert werden.
Thema: Im System, aber außerhalb der Norm – trans*Personen im Gesundheitswesen | PD Dr. Tobias Skuban-Eiseler
Trans* Personen erleben vielfache Diskriminierungen und Stigmatisierungen in ihrem Alltag. Auch das Gesundheitswesen ist davon nicht ausgenommen: auch hier erfahren sich trans* Personen nicht nur oft als oft als fremd, sondern auch als nicht akzeptiert oder gar
stigmatisiert. Ein wesentlicher Grund hierfür könnte sein, dass zwar oft über trans* Personen gesprochen wird, aber wenig mit ihnen. Dies führt dazu, dass vielen Menschen deren Lebensrealitäten kaum bekannt sind. Dieser Vortrag möchte grundsätzliche Überlegungen zu Geschlecht und Geschlechtsidentität anstellen, um sich der Frage zu stellen, was Geschlechtsidentität eigentlich ist. Es wird über Erfahrungen berichtet werden, die trans* Personen im Gesundheitssystem machen und welche Auswirkungen diese auf den Gesundheitszustand von trans* Personen haben können. Zuletzt werden einige Hilfen gegeben, wie ein stigmatisierungs- und diskriminierungsfreier Umgang mit trans* Personen im Gesundheitssystem aussehen sollte.
Thema: Substanzgebrauch und Suchterkrankungen bei LGBTQ+-Personen: Prävalenz, Unterschiede und Erklärungsmodelle | Dr. Michael Plaß
Internationale Studien zeigen konsistent, dass lesbische, schwule, bisexuelle und trans* (LGBTQ+) Personen im Vergleich zur hetero/cis Bevölkerung höhere Prävalenzen für Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen aufweisen. Gleichzeitig bestehen erhebliche Unterschiede innerhalb der LGBTQ+-Population. Dieser Vortrag betrachtet die spezifischen Konsummuster differenziert, stellt Erklärungsansätze vor und diskutiert strukturelle Einflussfaktoren wie Stigmatisierung und Versorgungsbarrieren