Location: P1-P3

  • Co-Abhängigkeit 🎥

    Abstract

    Thema: Mythos Co-Abhängigkeit | Dr. Gallus Bischof

    Abhängigkeitserkrankungen sind mit hohen Belastungen für das soziale Umfeld verbunden. Das Leiden erwachsener Angehöriger von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen wurde in Versorgung und Populärpsychologie lange Zeit durch das stigmatisierende Konzept der „Co-Abhängigkeit“ bewertet. Der vorliegende Beitrag skizziert konzeptionelle Unschärfen des
    Ansatzes, empirische Beobachtungen zu Angehörigen von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und stellt nicht-stigmatisierende Alternativen zum Co Abhängigkeitsmodell dar.

    Thema: Co-Abhängigkeit – ein hilfreicher Begriff oder eine
    Sackgasse für Angehörige? | Dr. Christiane Erbel

    Der Begriff „Co-Abhängigkeit“ prägt seit Jahrzehnten die Arbeit mit Angehörigen suchtkranker Menschen. Für viele Eltern suchtkranker Kinder und Jugendlicher ist er jedoch ambivalent:
    Manche erleben ihn als hilfreich, um eigene Überforderung, Kontrollversuche oder belastende Beziehungsmuster besser zu verstehen. Andere erfahren den Begriff als stigmatisierend, vereinfachend oder sogar als implizite Mitschuldzuweisung in einer ohnehin hoch belastenden
    Lebenssituation. Der Vortrag beleuchtet den Begriff der Co-Abhängigkeit aus der Perspektive betroffener Eltern. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Begriff insbesondere für die Elternrolle passend ist, denn Eltern sind gegenüber ihren suchtkranken Kindern fürsorgepflichtig und haben
    entwicklungspsychologisch die Aufgabe, ihre Kinder auf dem Weg ins Erwachsenenalter zu unterstützen und zu begleiten. Diskutiert werden unter anderem: mögliche entlastende und problematische Wirkungen des Begriffs auf Eltern, sowie dessen Bedeutung in der Eltern Selbsthilfe. Der Vortrag plädiert für eine differenzierte, nicht-pathologisierende Sicht auf Eltern und Familien sowie für eine stärkere Einbeziehung ihres Erfahrungswissens in Prävention, Suchthilfe und Versorgung.

  • Queere Suchtmedizin 🎥

    Absrtact

    Thema: Psychosoziale Gemeinsamkeiten queerer Biografien | Christopher Knoll

    Der Vortrag beleuchtet psychosoziale Gemeinsamkeiten queerer Biografien, im Zentrum stehen dabei Konzepte wie Minderheitenstress, Identitätsentwicklung und deren Einfluss auf die mentale Gesundheit, einschließlich erhöhter Vulnerabilität für Depressionen, Angststörungen und Suchtmittelkonsum. Ergänzend werden soziale Einflussfaktoren wie Diskriminierungserfahrungen, familiäre Dynamiken sowie die Bedeutung von Gemeinschaft
    und sozialer Unterstützung dargestellt. Es wird aufgezeigt, wie strukturelle Bedingungen wie Heteronormativität und rechtliche Rahmenbedingungen die Lebensrealitäten queerer Menschen prägen. Der Vortrag verbindet diese Perspektiven mit praxisnahen Implikationen für Diagnostik, Beratung und Behandlung queerer Personen. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für die spezifischen Belastungs- und Ressourcenlagen queerer Patient*innen zu fördern. Dadurch sollen Fachkräfte für eine kultursensible und differenzierte Versorgung sensibilisiert werden.

    Thema: Im System, aber außerhalb der Norm – trans*Personen im Gesundheitswesen | PD Dr. Tobias Skuban-Eiseler

    Trans* Personen erleben vielfache Diskriminierungen und Stigmatisierungen in ihrem Alltag. Auch das Gesundheitswesen ist davon nicht ausgenommen: auch hier erfahren sich trans* Personen nicht nur oft als oft als fremd, sondern auch als nicht akzeptiert oder gar
    stigmatisiert. Ein wesentlicher Grund hierfür könnte sein, dass zwar oft über trans* Personen gesprochen wird, aber wenig mit ihnen. Dies führt dazu, dass vielen Menschen deren Lebensrealitäten kaum bekannt sind. Dieser Vortrag möchte grundsätzliche Überlegungen zu Geschlecht und Geschlechtsidentität anstellen, um sich der Frage zu stellen, was Geschlechtsidentität eigentlich ist. Es wird über Erfahrungen berichtet werden, die trans* Personen im Gesundheitssystem machen und welche Auswirkungen diese auf den Gesundheitszustand von trans* Personen haben können. Zuletzt werden einige Hilfen gegeben, wie ein stigmatisierungs- und diskriminierungsfreier Umgang mit trans* Personen im Gesundheitssystem aussehen sollte.

    Thema: Substanzgebrauch und Suchterkrankungen bei LGBTQ+-Personen: Prävalenz, Unterschiede und Erklärungsmodelle | Dr. Michael Plaß

    Internationale Studien zeigen konsistent, dass lesbische, schwule, bisexuelle und trans* (LGBTQ+) Personen im Vergleich zur hetero/cis Bevölkerung höhere Prävalenzen für Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen aufweisen. Gleichzeitig bestehen erhebliche Unterschiede innerhalb der LGBTQ+-Population. Dieser Vortrag betrachtet die spezifischen Konsummuster differenziert, stellt Erklärungsansätze vor und diskutiert strukturelle Einflussfaktoren wie Stigmatisierung und Versorgungsbarrieren

  • DGS meets DGS Schmerztherapie und Suchtmedizin 🎥

    Abstract

    Thema: Sucht trifft Somatik: Versorgung Abhängigkeitserkrankter Menschen im Krankenhausalltag | Dr. Stefan Hegemann

    Der Umgang von abhängigkeitserkrankten Menschen stellt Mitarbeitende in „somatisch orientierten“ Krankenhäusern seit Jahrzehnten vor Herausforderungen. Neben suchtmedizinischen Grundlagen fehlen oft Behandlungspfade, Zeit und die für diese Patientenklientel doch oft so wichtigen kommunikativen Skills. Dieser Workshop möchte anhand von Fallbeispielen den
    aktuellen Status Quo darstellen und – bestenfalls – Behandlungsleitfäden entwickeln, um Kolleginnen und Kollegen in dieser „Versorgungslücke“ hilfreiche Werkzeuge für ihren Behandlungsalltag zur Verfügung zu stellen.

    Thema: tba | Dr. Carsten Brau, Tim Neumann, Dr. Maurice Cabanis

  • Opioide – News aus unterschiedlichen Settings 🎥

    Abstract

    Thema: Denn wir wissen nicht was sie tun“ – Behandlungsstrategien bei jugendlichen OpioidkonsumentInnen | Dr. Christian Müller

    Seit 2017 substituieren, begleiten und betreuen wir, unter anderen, in unserer Ambulanz minderjährige SubstanzkonsumentInnen mit Opioidabhängigkeiten und polytoxikomanen Substanzkonsummustern mit Opioiden als Leitsubstanz. Die Herausforderungen an das multiprofessionelle Team, die Voraussetzungen, Haltungen und Arbeitskonzepte und unser Erfahrungen in der ambulanten „ZOS“ werden im Vortrag vorgestellt.

    Thema: Mehr als Substitution: Die Opioidepidemie in Frankfurt aus Sicht eines Infektiologen | Dr. Pavel Khaykin

    Die Opioidepidemie in Frankfurt wird aus der Perspektive eines Infektiologen und substitutionsbehandelnden Arztes beleuchtet. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen bei HIV sowie Hepatitis B, C und D, der Einfluss von Migration und sich verändernde Konsummuster. Neben epidemiologischen Daten werden Erfahrungen aus der täglichen Versorgung und Ergebnisse eigener Substanzanalysen aus dem Frankfurter Drogenmilieu vorgestellt.

    Thema: Opioidagonistentherapie: Aktuelle Entwicklungen in der Schweiz | Prof. Dr. Marc Vogel

    Nach den offenen Drogenszenen, sprunghaft angestiegenen konsumbedingten HIV-Infektionen sowie dramatischen Drogentodeszahlen führte die Schweiz als erstes Land der Welt in den 90er Jahren die Schadensminderung als Teil der staatlichen Drogenpolitik ein. Zu den umgesetzten Massnahmen gehörte auch ein breitflächiges Angebot einer niederschwelligen opioidgestützten Behandlung, unter anderem auch mit Diacetylmorphin, also pharmazeutischem Heroin. Seither ist die Zahl der neuauftretenden Opioidabhängigkeiten ebenso wie die Todesfälle deutlich gesunken. Trotzdem gibt es immer wieder innovative Entwicklungen, mit denen die Behandlung verbessert werden kann, und auch einige Veränderungen, die Sorge bereiten. In diesem Vortrag soll die aktuelle Situation im Bereich Opioidkonsum und Therapie dargestellt werden. Positive Entwicklungen (nasale Behandlung, verlängerte Mitgaben in der heroingestützten Behandlung, alternde Population) werden ebenso beleuchtet wie anstehende Herausforderungen (hochpotente Opioide, Verlagerung der Behandlungen von den Grundversorgern in die Institutionen).

DG Suchtmedizin
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