Track: Parallelveranstaltungen 3

  • DRUCK-Surv – Hohe Prävalenz von Hepatitis B, C und HIV bei Menschen mit injizierendem Drogengebrauch in Deutschland

    Abstract

    Hintergrund und Ziele: Personen, die Drogen injizieren, sind überproportional von Hepatitis B (HBV), Hepatitis C (HCV) und HIV betroffen. In der DRUCK-Surv-Studie werden biologische und Verhaltensdaten erhoben, mit denen Indikatoren zur Erreichung der WHO-Ziele für die Eliminierung dieser Infektionen bei Personen, die Drogen injizieren, gemessen werden. DRUCK Surv soll als wiederkehrendes Monitoring eine kontinuierliche Bewertung und darauf aufbauend eine gezielte Anpassung von Strategien und Maßnahmen ermöglichen. Methoden: Im Rahmen der ersten DRUCK-Surv-Studie wurden 2025 (Februar-August) bundesweit biologische und soziodemographische Daten sowie Daten zu Verhalten und Zugang zur Versorgung bei Personen, die Drogen injizieren, erhoben. Die Rekrutierung, Testung und Befragung der
    Studienteilnehmenden erfolgten durch Einrichtungen der Drogenhilfe und Substitutionspraxen in 29 Städten. Kapilläres oder venöses Blut wurde auf HBV (anti-HBc, Anti-HBs, HBs-Ag), HCV (Anti HCV, HCV-RNA) und HIV (anti-HIV + Bestätigungstest) untersucht. Zusätzlich füllten die
    Teilnehmenden einen Fragebogen aus, erhielten eine Aufwandsentschädigung und konnten ihre Testergebnisse erhalten. In diesem Abstract werden überwiegend Daten von Teilnehmenden, die in den letzten 12 Monaten Drogen injiziert haben, präsentiert. Aufgrund fehlender Angaben bzw. unzureichender Proben variieren die Nenner in den einzelnen Analysen. Resultate:

    Die Rekrutierung der Teilnehmenden (N=2.578) erfolgte zu 50% (1.277/2.574) in Einrichtungen der Drogenhilfe, zu 31% (808/2.574) in Drogenkonsumräumen und zu 19% (489/2.574) in Substitutionseinrichtungen. Von den 2.578 Teilnehmenden berichteten 1.761 Personen, in den letzten 12 Monaten Drogen injiziert zu haben. Das mediane Alter der Teilnehmenden, die in den letzten 12 Monaten Drogen injiziert haben, betrug 43 Jahre und 73% (1.284/1.755) waren männlich. In den letzten 12 Monaten waren 44% (763/1.739) obdachlos, und 24% (415/1.715) inhaftiert, 61% (1.058/1.737) gaben an, aktuell eine Substitutionsbehandlung zu erhalten und bei 10% (170/1.738) lag keine Krankenversicherung in Deutschland vor. In den letzten 12 Monaten wurden 57% (983/1.716) auf HCV und 52% (898/1.732) auf HIV getestet. Die Prävalenzen der untersuchten Infektionen unter Teilnehmenden, die in den letzten 12 Monaten Drogen injiziert haben, betrugen: aktive HCV-Infektion 34% (554/1.734), jemalige HCV-Infektion 81% (1.350/1.668), HIV-Infektion 5,3% (86/1.625), aktuelle HBV-Infektion 2,4% (34/1.392) und jemalige HBV-Infektion 26% (360/1.394). Schlussfolgerung: Die in der Studie identifizierten alarmierend hohen Prävalenzen – insbesondere von Hepatitis C – bei Personen, die Drogen injizieren, deuten auf bestehende Defizite in Prävention und medizinischer Versorgung hin. Wohnungslosigkeit und frühere Inhaftierung als bekannte Risikofaktoren für eine Infektion wurden von einem hohen Anteil der Teilnehmenden berichtet. Zum Erreichen der WHO-Ziele müssen Test- und Behandlungsangebote für Infektionskrankheiten verstärkt in bestehende medizinische Strukturen integriert werden, wie zum Beispiel in Suchtmedizin und Substitutionsbehandlung, auch in Haft.
    Niedrigschwellige Angebote sollten ausgebaut werden, um Maßnahmen der Schadensminimierung, Testung und Versorgung zielgruppengerecht vorzuhalten. Wir empfehlen
    lokale Kooperationen und die Begleitung positiv getesteter Personen in die infektiologische Versorgung.

  • Suchtstation im Dialog für Pflegende

    Abstract

    Thema: Konzept Vorstellung der Station C4 des LMU Klinikums München – Von der „alten Entzugspflege“ zur Therapeutischen Suchtpflege | Stefani Burghausr

    1. Hintergrund & Ausgangslage

    In den vergangenen zwei Jahren vollzog die stationäre Suchtbehandlung der Station C4 der LMU München einen grundlegenden Paradigmenwechsel. Das bisherige Arbeitskonzept war primär auf die reine, symptomorientierte Alkoholentgiftung mit Zeitfenstern von 21–35 Tagen und schnellen administrativen Konsequenzen bei Konsumereignissen ausgerichtet. Die Rolle der Pflege war hierbei überwiegend funktionell geprägt.

    2. Kernelemente des neuen Pflegekonzeptes („Therapeutische Suchtpflege“)

    Das neue Konzept erweitert die Qualifizierte Entgiftung zu einer ganzheitlichen, beziehungs- und prozessorientierten Therapeutischen Suchtpflege:

    · Offenes & diagnosenübergreifendes Spektrum: Behandlung aller stoffgebundenen Suchterkrankungen.

    · Ganzheitliche Integration von Begleiterkrankungen: Individuelle Mitbehandlung psychiatrischer Komorbiditäten nach Patientenwunsch.

    · Erweitertes Gruppen- & Modulangebot: Pflegegeleitete Gruppen (Skills, Info, Montags-Orga, Kochen) ergänzt durch Ergotherapie, Achtsamkeit, PME, Depression & Sucht, Sport und Wochenend-Vorbereitung.

    · Enttabuisierung von Rückfällen: Ein Rückfall wird als Erkrankungssymptom und Lernfeld verstanden. Die offene und eigenverantwortliche Ansprechbarkeit von Suchtdruck wird positiv bewertet und mittels Rückfallprotokollen im interdisziplinären Team aufgearbeitet.

    · Ressourcenorientierter Rückzugsort: Einrichtung eines Kreativ- und Ruheraums mit Abschiedsbaum (Papiervögel als Impuls für Nachfolgende), bemaltbarer Glasfront, Bücherauswahl und einem Schicht für Schicht geleerten anonymen Kummerkasten für präventive Risikominimierung.

    3. Kennzahlen der Station C4

    · Kapazität: 22 stationäre Betten (3 × 4-Bett-, 5 × 2-Bett-Zimmer) sowie 16 teilstationäre Tagesklinik-Plätze.

    · Interdisziplinäres Team: 2 Stationsärzte, 1 Tagesklinik-Arzt, 6 Psychologinnen (Stationär & Tagesklinik), 17 VK Pflegedienst Station und 2,5 VK Pflegedienst Tagesklinik.

    4. Zielsetzung & Mehrwert für Patient:innen

    Durch längere Verweildauern in der primären Abstinenzphase werden Verhaltensänderungen nachhaltig stabilisiert. Die Patient:innen erwerben praxisnahe Fertigkeiten zur Cravings-Bewältigung, Hochspannungs-Skills, Notfallpläne und Emotionsregulation – bei gleichzeitiger Wahrung ihrer Autonomie und Eigenverantwortung während des gesamten Klinikaufenthaltes.

    Thema: tba | Mario Germanus

    tba

  • Substitute und deren Nebenwirkungen

    Abstract

    Thema: Nebenwirkungen in der Substitution – Erfahrungen aus 26 Jahren | Jennifer Blaine

    Die medikamentengestützte Behandlung ist ein Lebensretter, bringt aber auch komplexe Herausforderungen mit sich. In meinem Vortrag blicke ich auf den Weg von Codein über Methadon bis Polamidon zurück. Aus der Perspektive einer Langzeitpatientin beleuchte ich die körperlichen und psychischen Nebenwirkungen, alltäglichen Ängste und die Hürden auf dem Weg aus der Substitution. Ein ehrlicher Praxisbericht über eine Behandlung, die mein Leben seit 26 Jahren prägt.

  • Kinderschutz bei Substitution

    Abstract

    Thema: Kinderschutz bei psychisch- und suchterkrankten Eltern | Constanze Froelich

    In Vortrag wird es um die Elternverantwortung als auch die Verantwortung von Ärzt*innen und medizinischen, therapeutischen und pädagogischen Personal in der Substitutionsbehandlung gehen. Welche Rechte und Pflichten gibt uns der § 4 KKG und wie können geeignete
    Unterstützungsangebote gefunden und verbreitet werden. Dazu dient der Leitfaden präventiver Kinderschutz in psychisch und suchtbelasteten Familien der Deutschen Gesellschaft Kinderschutz in der Medizin DGKIM.

    Thema: Toxikologisches Untersuchungen und Kinderschutz | Dr. Kerstin Boomgarden-Brandes

    Toxikologisches Untersuchungen und deren Ergebnisse können viele Fragen aufwerfen. Diese
    betreffen die Auswahl und Gewinnung von geeigneten Untersuchungsmaterialien, Anforderungen
    an die Diagnostik sowie den Umgang mit den Untersuchungsergebnissen. Es wird der Versuch
    unternommen Klärung herbeizuführen, unter Berücksichtigung von Richtlinien, wichtigen
    pharmakologischen Aspekte und der einschlägigen Literatur. Illustrierend werden Fallbeispiele,
    Ergebnisse einer Serie von Einzeluntersuchungen an Minderjährigen und Personen im familiären
    Umfeld dargestellt.

    Thema: tba | Prof. Dr. Maximilian Pilhatsch, Eva Carneiro Alves,

  • Anmeldung & Kongressregistrierung

    Bitte halten Sie ihr Ticket bereit.

DG Suchtmedizin
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